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Pamina, die kleine Spanierin

Lange, lange hat es gedauert, bis wir uns nach dem Tod unserer Hündin für ein neues Familienmitglied entscheiden konnten. Aber irgendwann waren wir dann wieder soweit. Selbstverständlich musste es für uns wieder ein Tierheim-Hund sein. Also wurde wochenlang gesurft und irgendwann schaute uns aus dem Internet ein Hundemädchen an, in das wir uns sofort verliebt haben.

Das Wesen des Hundes wurde mit „für Kinder, Senioren, Behinderte usw. geeignet“, beschrieben und nach dieser Beschreibung wussten wir, das ist der richtige Hund für uns. Verschmust, liebevoll und auf keinen Fall zu lebhaft – genauso haben wir uns das vorgestellt.

Ja, und dann kam unsere Pamina – die damals allerdings noch nicht Pamina hieß. Drei Stunden spazieren gehen am Stück machten sie nicht müde, wenn man zu nahe an ihrem Korb vorbei kam wurden die Zähne gezeigt, schmusen wollte sie gelegentlich – aber immer nur auf Distanz und wehe man hat sie nicht nur am Kopf angefasst, sondern versucht über den Rücken zu streichen, dann wurde geknurrt und auch geschnappt.

Hinzu kam ihre große Ängstlichkeit. Wenn ich den Wäscheständer aufklappte war Pamina verschwunden, sie traute sich am eingeschalteten Herd nicht vorbei, der Fernseher hat sie irritiert. Sie erschreckte vor jedem Papier-Taschentuch, das auf der Straße lag. An Autos ging sie sowieso nicht vorbei und wenn ein Gewitter kam, fing sie vor Aufregung das Keuchen an, bis sie fast hyperventilierte.

Das waren nur einige Dinge, aus dem „Große-Ängste-Katalog“. Täglich habe ich geheult und mir gedacht, dass ich jetzt jahrelang mit einem Hund leben muss, der mich total überfordert. Und das mir, einer wirklich hundeerfahrenen Person. Mein geduldiger Mann setzte auf den Faktor Zeit. „Wird schon werden; Geduld, Geduld“. Ich bin zwar vieles, aber geduldig ganz bestimmt nicht; außerdem war mir die Situation zu stressig. Ich hatte keine Lust auf gefühlsbedingte Wechselbäder.

Zurückgeben kam allerdings auf gar keinen Fall in Frage. Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen und sich dann drücken, sobald es schwierig wird? Niemals!!! Also musste professionelle Hilfe her. Wo gefunden? Natürlich im Internet.

Wir hatten zehn Stunden mit einer netten Privattrainerin; es war nur so, dass sich erstens nichts geändert und zweitens diese Trainerin kein Grundstück zur Verfügung hatte, so dass Pamina nicht mit anderen Hunden spielen konnte. Das war für uns allerdings sehr wichtig, denn unsere Pamina liebt andere Hunde und sucht ständig den Kontakt zu Artgenossen. Kein Wunder: Sie lebte ein Jahr auf der Straße bevor sie zu uns kam. Also wieder ins Internet. Dieses Mal dann Training auf dem Hundeplatz. Nach der fünften Stunde habe ich aufgegeben. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man an mir und meinem Hund wirklich interessiert war. Wenn Pamina mit mir Ihre „Tänzchen“ machte, haben die Trainerin und auch meine „Mitübenden“ Tränen gelacht und ich stand da wie ein Idiot.

Also, wieder ins Internet und dieses Mal haben wir Glück gehabt: Bei Silvia gelandet. Zuerst hat sie uns beigebracht, dass wir trotz Paminas schlimmer Erfahrungen aufhören müssen sie zu verhätscheln, dass sie lernen muss Respekt vor uns zu haben, aber auch, dass sie bei uns so sicher ist, dass sie sich vor nichts mehr fürchten muss solange wir in der Nähe sind. Das Training war für mich nicht einfach. Jetzt habe ich zu Hause geheult, weil ich meine Pamina, diesen süßen, knapp sechs Kilo schweren Hund mit den schlimmen früheren Erlebnissen, energisch behandeln musste. Aber ich habe mich überwunden und es hat sich gelohnt.

Es ist inzwischen über ein Jahr her, dass sie das letzte Mal nach mir geschnappt und mich gebissen hat. Wir können sie mittlerweile überall anfassen, „Pony schneiden“ oder auch mal eine Zecke entfernen – kein Problem. Sie liegt mittlerweile vollkommen gelöst bei uns auf dem Sofa und genießt es, sich den Bauch krabbeln zu lassen. Auch die letzten drei Besuche beim Tierarzt waren ganz entspannt: Endlich kein Maulkorb mehr!!! Respekt vor dem Bauchgefühl unserer Tierärztin: Sie hat gemerkt, dass Pamina keinen Maulkorb mehr braucht und sie ohne Maulkorb behandelt. Ich war nach dem ersten „ohne Maulkorb“ schweißgebadet, aber Pammi hat weder geknurrt noch gebissen.

Sie ist mittlerweile ein wirklicher Superhund. Bei einem Gewitter hat sie immer noch Angst, an großen Kastenwagen geht sie immer noch nicht freiwillig vorbei und sie wird nie ein ruhiger Hund sein, der für Senioren oder Behinderte geeignet ist. Sie ist ein sensibler, lebhafter kleiner Schalk, der gefordert werden muss. Durch und durch liebenswert und außerdem freundlich zu allen. Jetzt streben wir die Begleithundeprüfung an. Wir sind nicht nur stolz auf unseren Hund, sondern so komplett in sie vernarrt, dass wir uns vermutlich manchmal richtig zum Narren machen. Aber auch das wird bei den „running dogs“ akzeptiert. Eine Klasse-Trainerin und wirklich „eine Gemeinschaft zum Wohlfühlen“. Danke, Silvia!

   
             

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