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Amy und Diego: Von guten und von schlechten Eltern

Der Wunsch nach einem Haustier stand schon länger fest, und dann war die Entscheidung auch schnell gefallen: Ein Hund soll es sein... ein Golden Retriever....ein Mädchen.... das sind doch so tolle Familienhunde..... und auch so geeignet für Anfänger...  denn das waren wir! Kaum war das OK des Vermieters da gingen wir auch schon auf die Suche, natürlich im Internet, da hat man gleich den besten Überblick. Aber wirklich 1000 € und mehr für einen Hund bezahlen, und dann auch noch auf einen Welpen warten, damit einen die Züchter erst kennen lernen können?  Das muss doch nicht sein... Die gibt’s doch auch schon viel billiger, und auch gleich zum mitnehmen....300 € hört sich doch gut an! Und Papiere haben die ja schließlich auch. Nach einem Anruf am Samstag Nachmittag  bei einer Züchterin gings dann gleich am Sonntag los den Hund abzuholen. Und vor Ort angekommen kam dann der erste  Schock: Die „Züchterin“  führte uns in einen alten Schweinestall (es war Januar und es lag Schnee) wo sie in verschiedenen abgetrennten Boxen ihre diversen Würfe untergebracht hatte. „Was solls denn sein? Labrador oder Golden? Rüde oder Hündin?“ wollte sie nur wissen.  Auf unsere Antwort hin, dass wir gerne ein Golden Mädchen hätten zog sie einfach einen Welpen nach dem anderen am Fell hoch: „das ist ein Mädchen“ meinte sie und drückte sie uns in die Hand. Noch schnell ins Haus, Kaufvertrag unterschreiben und schon fuhren wir mit unserem Welpen nach Hause. Keinerlei Fragen, zu unseren  Lebensumständen oder so, das ganze dauerte vielleicht zehn Minuten und wir hatten unsere Amy. Den ersten Abend lief noch alles prima, sie war nur sehr ruhig. Zu ruhig für einen Welpen? Schon am nächsten Tag zeigte sich warum: Sie begann sich zu erbrechen. Würmer. Einen nach dem anderen hatte sie hochgewürgt, also erst mal ab zum Tierarzt, der meinte dass wir wohl gerade noch rechtzeitig gekommen wären, sonst hätte sie die nächsten Tage nicht überlebt. Doch auch das überstanden wir, und Amy wurde wieder lebendiger. Doch bereits bei den ersten Spaziergängen stellten wir fest, dass da noch mehr nicht stimmte: Amy hatte Angst! Angst vor Menschen. Ganz schlimm vor Männern. Keiner konnte ihr näher kommen als einen Meter dann brach sie in Panik aus. Doch statt das Problem zu lösen umgingen wir einfach solche Konfrontationen. Welpenschule, zwar schon mal davon gehört, aber das schaffen wir doch sicher auch alleine... und Amy wurde älter... Der nächste Tiefschlag kam dann mit einem Jahr als wir sie kastrieren ließen. Das Kontrollröntgen der Hüften ergab eine mittelschwere HD. Wie kann das sein? Die Eltern sind laut Papieren doch HD frei.... Erst nachdem wir uns dann genauer mit diesem Thema befasst hatten wurde uns bewusst ,dass wir einen Blick auf den gesamten Stammbaum hätten werfen sollen...  Trotzdem wurde Amy ein  sehr tempramentvoller  Hund. Sie zerstörte in der Wohnung was nur ging wenn wir nicht da waren, und auf unseren Spaziergängen war erst recht der Teufel (im wahrsten Sinne des Wortes ) los. Amy rennen lassen war ganz schwierig, denn wenn andere Hunde auch nur in sichtweite waren war sie weg... und kam auch auf  unser Rufen nicht wieder. Wollte man sie holen rannte sie davon. Waren keine anderen Hunde da suchte sie sich andere Beschäftigungen: Hasen, Katzen, Enten... Alles was kleiner war wie sie wurde gejagt.  Hingegen hatte sie vor allem was größer war ( Pferde, Kühe ) Angst. Mit Amy an der Leine gehen war auch nicht wirklich besser: Sie hing von dem ersten Schritt an den wir vor die Tür machten in der Leine, zog nach links, zog nach rechts, es war  eine Katastrophe. Also gingen wir so oft wie möglich in Gebiete wo sie wirklich keine Ablenkung hatte, und zu Zeiten wo wir wussten dass kaum andere Hunde unterwegs waren, denn dann konnten wir sie  wenigstens laufen lassen... Doch soll das ein Leben lang so gehen? Langsam kam uns der leise Verdacht , dass ne Hundeschule vielleicht doch nicht so schlecht wäre.... Doch welche?  Nach dem Besuch von drei Hundeschulen, die alle mehr schlecht als recht waren kamen wir zur Silvia. Sie fing  nochmals ganz von vorne an mit uns.
Zweimal pro Woche Unterordnung war jetzt Pflicht! Dazu kam Dummytraining um ihre Jagdpassion umzulenken sowie spezielles Anti- Jagt- Training  auf Silvias Hundeplatz. Wir machten viele Übungen, die speziell dafür gedacht sind den Hund draußen besser unter Kontrolle zu haben, wie beispielsweise das Abrufen aus dem Spiel. Des weiteren arbeiteten wir an ihrer Angst vor Menschen, zeigten ihr immer wieder dass Fremde keine Bedrohung darstellen, indem sie verschiedene Personen immer wieder ansprachen, dann auch anfassten, und das immer in Verbindung mit viel positiver Bestärkung. Und siehe da, unser  Hund machte sich.... Nicht von heute auf morgen, aber durch die Übungen die wir bei Silvia in der Unterordnung machten, welche ich dann auch viel draußen mit ihr übte, wurden negative Vorfälle immer seltener und seltener.
Enzwischen haben wir die Begleithundeprüfung gemacht, betreiben bei Silvia jetzt Hundesport und laufen auf Obedienceturnieren. Auf Spaziergängen kann ich sie (fast ) immer Abrufen, und für den Fall dass eine Ente doch mal interessanter sein sollte als ich, haben wir ein Pfeifentraining gemacht. Bisher kam es noch nie vor, dass sie auf mein Pfeifen nicht gekommen wäre, egal wie nah die Ente ist!
Bereits vor einem Jahr kam dann der Wunsch nach  einem Zweithund auf. Einen zweiten Golden Retiever.
Und diesmal machten wir alles anders. Über den Verband des deutschen Hundewesens ließen wir uns  Züchterlisten zukommen , die in diesem Verband und im deutschen Retriever Club unter strengen Auflagen züchten. Auf der Suche nach dem richtigen Hund verschlug es uns dann nach Rinteln ( Nordrein Westfahlen ). Ich führte noch bevor die Welpen geboren wurden mehrere Telefonate mit der Züchterin, welche auch höchstes Interesse daran zeigte, wo denn ihr Hund hinkommen würde. Außerdem hat sie sich bereits vertraglich festgesichert, dass wir ihn mit einem Jahr HD/ED Kontrollröntgen lassen, damit sie ein Feedback über die Gesundheit  ihrer Zucht hat.  Als die Welpen dann fünf Wochen alt waren fuhren wir mit Amy hoch zu einem ersten kennen lernen. Drei Wochen später holten wir dann unseren „Famous Diego  von der Bergkette“ zu uns. Zu seiner Züchterin haben wir auch heute noch Kontakt. Sie freut sich immer zu hören wie s uns geht, oder über neue Bilder. Gleich eine Woche später besuchten  wir dann zum ersten mal die Welpenstunde, dann gings mit 17 Wochen zu den Junghunden. Jetzt arbeitet Flo mit ihm bereits in der Unterordnung und sie machen ihre ersten Schritte in Richtung Obedience Training. Diego war von Anfang an ein kerngesunder Hund, völlig aufgeschlossen allem Fremden gegenüber und super sozialisiert.  Bis auf ein paar pupertäre Ausrutscher ( er ist jetzt knapp zehn Monate alt ) macht er uns überhaupt keine Probleme, und wenn alles gut geht werden die beiden im Frühjahr die Begleithundeprüfung machen, damit auch ihnen der Weg in den Hundesport offen  steht.




   
             

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